Vitamin D bei Infektionen

Stärkt Vitamin D das Immunsystem zum Schutz vor Infektionen

Vitamin D (Cholecalciferol, Calciol) ist wichtig für das Immunsystem. Der menschliche Körper produziert es bei ausreichender Sonnen-Einstrahlung selbst. Es reguliert die Bildung bestimmter Immunzellen, die eine bedeutende Rolle bei der Krankheitsabwehr spielen.

Calciol beeinflusst die Entstehung verschiedener Krankheiten. Ausschlaggebend ist Vitamin D bei Infektionen wie Grippe. Es dient hier als Mittel zur Prävention und entscheidet den Verlauf der Erkrankung entscheidend. Es aktiviert Immunzellen, die Viren und Bakterien abtöten und es hilft, Infektionen abzuwehren.

Vitamin D Immunsystem Schutz

D3 Schutz vor Infektionen © haitaucher39 – Fotolia.com

Vitamin D schützt vor Grippe

Calciol senkt die Gefahr einer Grippe (Influenza A) und einem daraus resultierenden Grippetod deutlich. Klinische Studien zeigen, dass die Gabe von Vitamin D Infektionen der oberen Atemwege praktisch komplett verhindert.

Es übt eine regulatorische Wirkung auf das Immunsystem aus, so Professor Johan Moan von der Universität Oslo. Grippewellen führt der UV- und Vitamin-D-Forscher auf einen Mangel an dem Vitamin zurück. Sie treten vermehrt im Winter auf. Die Eigenproduktion des Cholecalciferols durch geringere Sonnen-Einstrahlung in diesen Monaten ist vermindert. Der Mensch nimmt nicht genug davon über die Nahrung auf.

Aus einer Studie über Grippe-Epidemien (Asta Juzeniene et al., The seasonality of pandemic and non-pandemic influenzas: the roles of solar radiation and vitamin D, International Journal of Infectious Diseases, Volume 14, Issue 12, Pages e1099–e1105 [http://dx.doi.org/10.1016/j.ijid.2010.09.002]) geht hervor, dass die Gefahr, an Grippe zu erkranken, sich umso größer zeigt, je geringer der Cholecalciferol-Spiegel ist.

Professor Moan leitete die Studie. Er stellte bei einer geringen Supplementierung eine um das 20- bis 600-fache erhöhte Sterberate fest. Ist die Einstrahlung von Sonnenlicht und damit die Bildung von Calciol verringert, nimmt laut Prof. Moan die Zahl an Infekten zu. Die Konzentration des Vitamin D bei Infektionen mit Grippe ist ebenfalls ausschlaggebend für den Verlauf der Erkrankung.

Eine japanische Untersuchung zeigte, dass Vitamin D die Häufigkeit von Influenza A um mehr als 60 Prozent senkte [Urashima et al., Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in school children, American Journal of Clinical Nutrition 2010;91:1255-60 (http://ajcn.nutrition.org/content/91/5/1255.long)].

Vitamin D reguliert das Immunsystem

Calciol stärkt das Immunsystem und wirkt laut Prof. Johan Moan wie ein Antibiotikum. Es reguliert die erworbene Immunantwort und stärkt die unspezifische. Letzteres geschieht, indem es antimikrobielle Proteine (AMPs) aufbaut, die Mikro-Organismen (Bakterien, Viren) schnell abtöten, noch bevor das erworbene Immunsystem spezialisierte Abwehrzellen aktiviert.

Darüber hinaus hemmt es die Produktion des sog. NF-κB Transkriptionsfaktors. Im August 2004 veröffentlichte das „Journal of General Virology“ eine Studie von F. Nimmerjahn et al. (Active NF-kappaB signalling is a prerequisite for influenza virus infection“ J Gen Virol. 2004 Aug;85(Pt 8):2347-56) die belegt, dass je niedriger dieser Faktor ist, der Mensch sich umso resistenter gegen Grippe zeigt (http://jgv.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/vir.0.79958-0#tab2).

 

Vitamin D aktiviert TLRs

Vitamin D aktiviert Toll-Like Receptors (TLRs). Sie sind Strukturen des angeborenen Immunsystems. Sie dienen der körpereigenen Abwehr und erkennen gefährliche Eindringlinge. TLRs unterscheiden diese von körpereigenen Substanzen. Das Calciol stärkt die angeborene Immunantwort und drosselt die erworbene Immunantwort. Vitamin D hemmt die Ausschüttung der die Entzündung fördernden Botenstoffe und aktiviert gleichzeitig die Abgabe von anti-inflammatorischen. Die Grippe verläuft dadurch weniger schwerwiegend.

 

Vitamin D schützt vor Autoimmun-Krankheiten

Calciol reguliert die körpereigene Abwehr auch bei Autoimmun-Erkrankungen und hält das Immunsystem stabil. Dazu gehören Gelenkrheuma, multiple Sklerose, Diabetes Typ I, Lupus erythematodes und chronische Darm-Entzündungen.

 

Supplementierung bei Vitamin-D-Mangel

Etwa 82 Prozent der Männer und 91 Prozent der Frauen nehmen zu wenig Calciol auf. Bei den Senioren betrifft die Unterversorgung 94 Prozent der Männer und 97 Prozent der Frauen. Ursache ist eine unzureichende Synthese der Haut. Die meisten Menschen bewegen sich hauptsächlich in geschlossenen Räumen. Der Spaziergang an der Sonne, dort, wo sich das Cholecalciferol bildet, ist zu kurz. Im Winter ist die Aufnahme stark rückgängig durch verminderte Sonnen-Einstrahlung. Im Sommer verhindern Sonnenschutzmittel die Synthese, welche im Alter zudem erheblich abnimmt.

In Lebensmitteln kommt Vitamin D selten vor. Es ist zu finden in Milchprodukten, fettem Fisch, Eiern und Pilzen. Vielen Lebensmittel, wie Margarine, setzen die Hersteller das Vitamin zu. Bei ausreichender Sonne produziert der Körper den Bedarf selbst. Im Winter reicht die Versorgung nicht aus. Infektionen durch Vitamin-D-Mangel häufen sich. Die zusätzliche Gabe von Calciol-Produkten ist sinnvoll. Dr. Markus Keller, Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) betrachtet mindestens 30 ng/ml als optimal zur Prävention von Infektionen. Eine unzureichende Versorgung steht laut Dr. Keller im Zusammenhang mit der Entwicklung verschiedener Erkrankungen und Infektionen. Darum ist auch im Winter der tägliche Spaziergang wichtig, um sich mit ausreichend Vitamin D gegen Infektionen zu schützen.

 

Ausreichend D3 guter Schutz im Winter

Jeden Winter aufs Neue bricht in Deutschland die Grippe-Welle aus. Das liegt vor allem am Vitamin-D-Mangel. Die Sonnen-Einstrahlung ist in den kalten Monaten nicht groß genug, um den Bedarf an Calciol zu decken. Mediziner empfehlen die zusätzliche Gabe von Vitamin D bei Infektionen und zur Vorbeugung. Das Vitamin ist maßgeblich an der Knochenbildung beteiligt und senkt zusätzlich das Krebsrisiko. Vitamin D ist gegen Infektionen das beste Gegenmittel.

 

Quellen und weiterführend:

https://vebu.de/themen/gesundheit/naehrstoffe/vitamin-d?gclid=CLmXv5qm-8gCFUI_GwodEVsGaA

http://www.medizinkorrespondenz.de/studie-vitamin-d-hat-antibiotische-wirkung-auf-das-immunsystem/

http://jgv.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/vir.0.79958-0#tab2

 




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