Vitamin D3 bei Sehnerventzündung

Der Einfluß von D3 bei einer Entzündung der Hirnnerven

Die Entzündung des Sehnervs (lat. Neuritis nervi optici) ist eine inflammatorische Erkrankung des zweiten Hirnnervs. Dieser versorgt die Sehzentren des Großhirns mit den optischen Informationen der Retina. Es gibt vielfältige Auslöser für eine Entzündung, die Mediziner grob in infektiös und nicht-infektiös unterteilen. Bei den nicht-infektiösen Ursachen gilt die Krankheit als Vorläufer für Multiple Sklerose (MS). Hier gerät die Gabe von Vitamin D bei Sehnerv-Entzündung in den letzten Jahren in den Mittelpunkt von Diskussionen.

Sehnnerv Röntgenbild

Entzündungshemmer D3 © Kondor83 – Fotolia.com

 

Infektiöse Sehnerv-Entzündung und hemmendes Vitamin D

Bakterien, Würmer, Viren oder Pilze gelten als Verursacher infektiöser Retrobulbärneuritiden (Sehnerv-Entzündungen). Bekannte Krankheiten, die zu Sehstörungen führen, sind beispielsweise Malaria, Grippe, Masern, Scharlach oder Trichinose. Vitamin D richtet als Helfer in diesen Fällen nichts aus. Hier gilt die allgemeine Aussage: Eine gute Vitamin-Versorgung – einschließlich der mit Vitamin D, setzt Infektions-Risiken herab. Unter Beachtung der Infektionswege, beispielsweise von Malaria oder Trichinose, spielt Vitamin D hier keine Rolle.

 

Sehnerv-Entzündung als Vorläufer von multipler Sklerose

Im Bereich der nicht-infektiösen Ursachen sind Retrobulbärneuritiden häufig ein Zeichen für beginnende multiple Sklerose. Auch chronische Darm-Erkrankungen oder Arthritis gelten als Auslöser von Sehnerv-Entzündungen.

MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Der Sehnerv (Nervus opticus) verhält sich – einfach ausgedrückt – wie das ZNS. Daher ist eine Entzündung desselben oft eine Vorform der multiplen Sklerose. Das „Verschwommen-Sehen“ oder eine „vorübergehende Blindheit“ sind erste Zeichen der Erkrankung. Bemerkt der Patient entsprechende Symptome verlangt dies nach einem sofortigen Arztbesuch. Für den Fall des Auftretens einer Sehnerv-Entzündung als Symptom der Frühform der MS diskutieren Experten seit einigen Jahren den massiven therapeutischen Einsatz von Vitamin D.

Ursache oder Symptom: Mangel an Vitamin D und Sehnerv-Entzündung / MS

Mehrere Studien zeigen, dass Patienten mit Sehnerv-Entzündung meist einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweisen. Bisher nicht endgültig geklärt ist, ob dies ein Symptom oder eine Ursache der Krankheit ist. Für Letzteres spricht, dass MS und der Vorläufer Sehnerv-Entzündung in den Tropen seltener auftreten als in nördlichen Breiten. Starke Sonnen-Einstrahlung regt die vermehrte Bildung von Cholecalciferol über die Haut an. Die Produktion dessen im Körper ist in Äquatornähe leichter als am Nordpol.

Ein weiterer Faktor ist die an Vitamin D arme Ernährung in westlichen Industriestaaten. Im Gegensatz dazu leiden die Inuit in Alaska selten unter einem Cholecalciferol-Mangel. Sie bilden den Stoff nicht durch das Sonnenlicht, nehmen aber viel frischen Fisch als Vitamin-D-haltige Nahrung zu sich.

Experten bringen einen schweren Verlauf von Sehnerv-Entzündungen und später MS mit dem Vitamin-D-Spiegel in Verbindung. In Tierversuchen ließ sich nachweisen, dass eine erhöhte Zufuhr von Cholecalciferol Heilprozesse im erkrankten Nervengewebe verstärkt. Weitere Studien vermuten, dass im Frühstadium das Fortschreiten der Krankheit bei Patienten mit hohem Vitamin-D-Spiegel langsamer abläuft.

 

Vitamin D hemmt Entzündungs-Stoffe

Der Grund dafür ist, dass Vitamin D bestimmte Entzündungs-Stoffe hemmt. So lässt sich neben MS auch der Vorläufer Sehnerv-Entzündung durch Vitamin D mildern. Das Vitamin wirkt bis hinunter auf die genetische und zelluläre Ebene. Einfach ausgedrückt dockt es sich an einen genetischen Rezeptor an und verhindert die Bildung des Entzündungsstoffes Interleukin 17. Gleichzeitig aktiviert dies die des Entzündungs-Hemmers Interleukin-10.

Inwieweit genannte Zusammenhänge sich als therapeutisch nutzbar erweisen, ist noch nicht geklärt. In jedem Fall besteht durch Vitamin-D-Mangel ein erhöhtes Risiko, an multiple Sklerose oder der Sehnerv-Entzündung als Vorform zu erkranken.

 

Vitamin D beugt MS-Schüben vor

Eine Studie der Harvard-School of Health (BENEFIT) von 2014 zeigt folgendes Ergebnis: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel führt zu einem schnelleren und aggressiveren MS-Verlauf, ein hoher Wert dagegen zu einer verzögerten Entwicklung der Krankheit. Teilweise bleiben die Krankheitsschübe ganz aus. Die Studie lässt keine Aussagen über die notwendige Menge an Vitamin D bei Sehnerv-Entzündung als erstem MS-Zeichen zu. Es schadet nicht, den Spiegel auf normale Höhe anzuheben. Lange Aufenthalte in der Sonne sind ratsam. Dies ist die einfache, „natürliche“ Methode, Vitamin D zu bilden.

Teilweise empfehlen Ärzte, zusätzlich hohe Dosen einzunehmen, um MS zu stoppen. Die Wirksamkeit einer solchen Therapie ist bisher nicht sicher. Genauso verhält es sich mit den Nebenwirkungen einer dauerhaften Überdosis an Vitamin D. Eine weitere Studie der Universität Toronto gibt Auskunft: Sie sieht keine Probleme bei der Einnahme von täglich 10.000 Internationalen Einheiten (I. E.) Vitamin D bei Sehnerv-Entzündung oder MS. Nebenwirkungen treten demzufolge erst auf, wenn die Tagesdosis über längere Zeit bei 40.000 I. E. liegt.

 

weiterführend:

https://www.vitamindmangel.net/

http://www.grassrootshealth.net/garland02-11

http://www.neurology.org/content/74/23/1852.abstract

 

 

⏱ Letzte Aktualisierung am von Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

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