Vitamin-D-Mangel trotz Sonne im Sommer

Störfaktoren für die körpereigene Vitamin-D-Bildung

Das relevante Vitamin D trägt den Beinamen Sonnenvitamin, da der Körper es durch das UV-Licht aufnimmt. Ein täglicher Aufenthalt in der Sonne sorgt für eine ausreichende Konzentration des Cholecalciferols. Allerdings existieren Störfaktoren für die körpereigene Vitamin-D-Bildung. Diese verhindern eine Synthese des aufgenommenen Calciols und dadurch die positive Wirkung der Substanz. Selbst im Sommer besteht die Möglichkeit, dass die Sonnenstrahlen allein nicht als Lieferanten für den wichtigen Zusatzstoff ausreichen und es kommt zu einem Vitamin-D-Mangel trotz Sonne im Sommer.

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Störfaktoren für die körpereigene Vitamin-D-Bildung © gritsalak – Fotolia.com

Der Grund liegt beispielsweise in einem niedrigen UV-Index. Je geringer er ist, desto weniger Vitamin D nimmt der Organismus auf. Zudem führen Cremes, die das Sonnenlicht von der Haut abblocken, zu einer verminderten Aufnahme des Calciferols.

Kann es zu einem Vitamin-D-Mangel trotz Sonne kommen?

Eine starke Sonneneinstrahlung beeinflusst die Synthese des relevanten Cholecalciferols auf eine positive Weise. Daher bildet sich das Vitamin D im Sommer in verstärkter Form. Ein täglicher Aufenthalt von zwanzig Minuten im Sonnenlicht genügt, um den Bedarf an dem Hormon zu decken. Bestimmte Störfaktoren beeinträchtigen die Vitamin-D-Synthese. Speziell im Sommer nutzen die Menschen Sonnencremes mit einem hohen UV-Schutz.

In der Folge gelangt weniger Calciol in die Haut. Des Weiteren kommt es beispielsweise aufgrund der Hautfarbe zu einem Mangel an dem Sonnenvitamin. Hierbei leiden vorwiegend Personen mit einem dunklen Hautton an einer langsamen Bildung des Calciferols. Selbst in der warmen Jahreszeit entsteht in ihrem Organismus ausschließlich ein geringer Anteil an dem Hormon.

Sonnenlicht beeinflusst die Entstehung des Vitamin D

Fehlt es dem Körper an dem Sonnenvitamin, kommt es im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Komplikationen. Beispielsweise fanden dänische Wissenschaftler heraus, dass ein Mangel des Calciols das Risiko für Herzkrankheiten erhöht. Die Erkenntnis veröffentlichten sie in der 2012 publizierten Studie „Vitamin D deficiency increases risk of heart disease, Danish study finds“.

Speziell in der kalten Jahreszeit leiden die Patienten unter einer Unterversorgung mit dem relevanten Hormon. Jedoch kann es zu dem Mangel an Vitamin D auch im Sommer kommen. Setzen sich die Interessenten zehn bis zwanzig Minuten am Tag dem Sonnenlicht aus, decken sie ihren Bedarf an dem Calciol. Allerdings gilt der Regelfall nur, wenn keine störenden Einflüsse die Synthese des Cholecalciferols verhindern. Zu den Störfaktoren für die körpereigene Vitamin-D-Bildung gehören die fünf folgenden Beispiele:

  • das Sonnenschutzmittel,
  • der Breitengrad,
  • die Hautfarbe,
  • der UV-Index
  • und das Verhalten nach dem Sonnenbad.

 

Trotz Sonnenschein kommt es zum Sonnenvitamin-Mangel

Zwischen einem Aufenthalt in der Sonne und Vitamin D existiert ein wichtiger Zusammenhang. Aufgrund der Sonnenstrahlen bildet sich innerhalb der Haut das Calciferol, das der Körper in das Hormon Calcitriol umwandelt. Jedoch beeinflusst nicht jedes Sonnenbad die körpereigene Bildung des Vitamin D positiv. Verwenden die betreffenden Personen ein starkes Sonnenschutzmittel, kommt es zu einer Störung der Sonnenvitamin-Synthese.

Aus der Hautkrebs-Prävention resultieren zahlreiche Sonnencremes, die über starke Lichtschutzfaktoren verfügen. Durch die Fettschicht, die sich auf der Haut ausbreitet, gelangt nicht genügend UV-Licht, um die Vitamin-D-Produktion in Gang zu bringen. In der Folge mangelt es vielen Menschen selbst im Sommer an Vitamin D. Ohne die Synthese der Substanz mithilfe der Sonnenstrahlen nimmt der Organismus kaum Cholecalciferol auf. In der Nahrung existieren ausschließlich geringe Anteile des wichtigen Vitamins.

Aus dem Grund erhält die Gewinnung des Calciols aus dem Sonnenlicht eine enorme Priorität. Verhindern die Schutzmittel das Durchdringen der UV-B-Strahlung, schwächen sie gleichzeitig die Sonnenvitamin-Konzentration im Körper. Demnach bewährt es sich, eine Creme mit einem niedrigeren Lichtschutzfaktor zu verwenden und dafür die Zeit im starken Sonnenlicht zu verkürzen.

 

Der Breitengrad beeinflusst die Vitamin-D-Synthese

Eine ganzjährige Aufnahme des Cholecalciferols durch die Haut stellt einen gesundheitlichen Vorteil dar. Davon nutznießen einzig Personen, die südlich des 42. Breitengrads leben. Menschen, die nördlich von Rom oder Barcelona zu Hause sind, bilden das Vitamin D ausschließlich zwischen April und Oktober. In der kalten Jahreszeit steht die Sonne zu niedrig, sodass die relevanten UV-B-Strahlen die Haut nicht erreichen.

Von November bis Februar treffen sie nicht auf die Erdoberfläche. Die UV-B-Strahlen bleiben der Haut von Personen, die nördlich des 52. Breitengrads leben, zwischen Oktober und März komplett fern. Beispielsweise betrifft dies Städte wie Berlin oder Hannover. Damit der Körper unter Einfluss der Sonne Vitamin D bildet, eignet sich ein Kurzurlaub im Süden oder in den Bergen. Hier verlängern sich die UV-B-Strahlen und sie gelangen problemlos auf die Haut.

Vor der kalten Jahreszeit lohnt es sich, ausreichend Cholecalciferol über die Haut aufzunehmen. Dieses speichert der Organismus im Fettgewebe und aktiviert es, sobald Anzeichen für eine niedrige Konzentration des Calciols bestehen. Durch die vermehrte Vitamin-D-Aufnahme im Sommer gelingt es den Interessenten, ohne eine Mangelerscheinung über die Wintermonate zu kommen. Dadurch minimiert sich gleichzeitig das Risiko der gesundheitlichen Komplikationen, die ein Sonnenvitamin-Mangel mit sich bringt.

Helle Haut nimmt mehr Vitamin D auf

Bei der Aufnahme des Calciols spielt des Weiteren die Hautfarbe eine wesentliche Rolle. Vorwiegend Personen mit einem hellen Teint bilden das Sonnenvitamin schneller. Daher bewährt es sich speziell für Menschen mit einer dunkleren Hautfarbe, auf ein starkes Sonnenschutzmittel zu verzichten. Dieses beeinträchtigt die ohnehin langsame Vitamin-D-Produktion in den Hautzellen der Betroffenen.

Der UV-Index nimmt Einfluss auf den körpereigenen Vitamin-D-Spiegel

Der alleinige Aufenthalt in der Sonne garantiert nicht, dass die Haut das Vitamin D aus den UV-Strahlen aufnimmt. Bei einem niedrigen UV-Index entsteht in der Haut kein Cholecalciferol. Hierbei gibt der Wert an, wie hoch sich die Strahlungsstärke der Sonne präsentiert. Existiert ein UV-Index von Null bis Zwei, handelt es sich um eine schwache Sonneneinstrahlung. In dem Fall nehmen die Hautzellen kaum Vitamin D auf. Erst ab einer Intensität von Fünf kommt es zu der Calciol-Synthese.

Ab dem Wert tragen die Interessenten besser Sonnencreme auf, um eine Verbrennung der Haut zu vermeiden. Erhöht sich die Strahlungsstärke auf über Acht, stellt der Aufenthalt im Freien keine Alternative dar. In dem Fall droht ein schmerzhafter Sonnenbrand. Gleichzeitig steigt das Risiko für Hautkrebs signifikant an. Die Strahlungs-Intensität hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Hierbei erhalten die Jahreszeit, die Tageszeit und die geografische Lage einen hohen Stellenwert. Des Weiteren bekommt das Wetter eine große Bedeutung. Bereits eine diffuse Wolkenschicht führt zu einer Abschwächung der Strahlungsstärke. In der Folge gelangt weniger Vitamin D in den Organismus.

 

Eine Dusche kann die Sonnenvitamin-Produktion beeinträchtigen

Sofort nach dem Sonnenbad eine Dusche zu nehmen, wirkt sich auf die Absorption des Provitamin D negativ aus. Dieses braucht bis zu 48 Stunden, um in die Haut einzudringen. Aus dem Grund lohnt es sich, mindestens vier bis sechs Stunden nach dem Sonnen auf das kühle Nass zu verzichten.

 

⏱ Letzte Aktualisierung am von Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

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