(Studie) Vitamin D und das Immunsystem bei Neugeborenen

Die Verbindung des Vitamin-D3-Status mit der Entwicklung des angeborenen und erworbenen Immunsystems in den ersten sechs Lebensmonaten

Der weltweite Anstieg allergischer Erkrankungen, vor allem bei sehr jungen Kindern, macht es notwendig, die frühen Risikofaktoren sowie die Zeiten, in denen sich das Immunsystem entwickelt und in denen es besonders anfällig dafür ist, zu erforschen.

Durchgeführte Untersuchungen zur Funktion des Immunsystems bei der Geburt zeigen deutliche Differenzen im Zytokin-Produktions-Profil zwischen allergischen und nicht-allergischen Personen, welche die klinischen Symptome in der frühen Kindheit entwickeln. Die Immunfunktion verändert sich ebenfalls bei einer Reihe von Expositionen im frühen Lebensalter einschließlich mütterlicher mikrobieller Exposition in der Schwangerschaft. Seit Kurzem diskutieren die Wissenschaftler über den Vitamin-D-Status als potenziellen Risikofaktor für die Häufung allergischer Erkrankungen im frühen Kindesalter.

Vitamin-D-Rezeptoren auf Immunzellen

Vitamin-D-Rezeptoren auf Immunzellen veranlassen Forscher zu weiteren Studien

Mehrere Beobachtungs-Studien brachten hervor, dass der Vitamin-D-Status in den ersten Lebensjahren in Verbindung mit dem Risiko, frühe Allergien zu entwickeln, steht. Während Forscher immunmodulatorische Eigenschaften allergischer Erkrankungen bei Säuglingen bereits erkannten, gibt es bisher nur wenige Längsschnitt-Studien betreff des Zusammenhangs zwischen dem Vitamin-D3-Status und der Immun-Funktion sowie allergischen Erkrankungen bei Säuglingen.

 

Vitamin-D Einfluss auf Immunzellen

Eine neue in „Clinical and Experimental Allergy“ veröffentlichte Studie namens „25-hydroxyvitamin D3 status is associated with developing adaptive and innate immune responses in the first 6 months of life“ beweist, dass Vitamin D das Risiko, Allergien zu entwickeln, zu reduzieren vermag. Dies geschieht durch die Verringerung der entzündlichen Reaktion während der Immun-Entwicklung.

 

Zeigt sich eine Person allergisch auf eine bestimmte Nahrung oder auf Pollen, löst der Körper eine entzündliche Reaktion beim Kontakt mit dem Allergen auf. Diese „Antwort“ signalisiert dem Körper, gegen die Allergene anzukämpfen, auch, wenn sie nicht unbedingt schädlich oder gefährlich sind.

Die Tatsache des Vorhandenseins von Vitamin-D-Rezeptoren auf Immunzellen veranlasste die Forscher, die Bedeutung eines gesunden Vitamin-D-Spiegels bei einer Vielzahl vom Immunsystem abhängiger Erkrankungen einschließlich Allergien zu bewerten.

 

Die Studie und ihre Methoden

Australische Wissenschaftler ermittelten im Rahmen oben genannter Studie den Vitamin-D-Spiegel von Säuglingen und beobachteten, wie er sich bis zum 30. Lebensmonat der Kinder immun- und allergie-bezogen auswirkt.

An der Studie nahmen 225 hoch gefährdete Säuglinge von Müttern mit atopischem Ekzem (Neurodermitis) teil. Die Wissenschaftler entnahmen direkt nach der Geburt Nabelschnur-Blut (CD) und im Alter von sechs Monaten peripheres Blut, um im Anschluss daran, den Vitamin-D3-Status zu bestimmen. Diesen setzten sie in Bezug zur Immunfunktion im Alter von sechs Monaten und zu den klinischen Ergebnissen, die sich beim 30 Monate alten Kleinkind ergaben. Ebenfalls füllten die Eltern der an der Studie beteiligten Kinder Fragebögen aus, in denen sie mitteilten, ob ihre Söhne oder Töchter im genannten Zeitraum typische Ekzeme aufwiesen. Die Ergebnisse flossen in die Studie mit ein. Die Wissenschaftler beobachteten zusätzlich die Entzündungs-Reaktionen auf verschiedene Allergene wie Hausstaub-Milben.

 

Guter Vitamin-D-Status reduziert Neurodermitis-Risiko

Die Forscher fanden heraus, dass Säuglinge im Alter von sechs Monaten mit einem Vitamin-D-Status von 30 ng/ml oder höher (bei der Geburt) im Vergleich weniger Entzündungs-Reaktionen auf Hausstaub-Milben zeigen als solche mit einem Wert von 20 ng/ml oder niedriger.

Babys mit einem Vitamin-D-Status von 30 ng/ml oder höher zeigten im Alter von einem halben und einem Jahr jeweils ein deutlich reduziertes Risiko, an Neurodermitis zu erkranken.

Dies deutet darauf hin, dass ein Erhöhen des Vitamin-D-Status in der Schwangerschaft oder frühen Kindheit das Allergie-Risiko hoch gefährdeter Kleinkinder durch Hemmung der mit einer Allergie einhergehenden Immun-Antwort reduziert.

 

Wissenschaftler warten auf Ergebnisse klinischer Studien

Die Wissenschaftler erwarten die Resultate klinischer Studien, die zum Ziel haben, zu erforschen, inwiefern eine Vitamin-D-Supplementierung (Nahrungsergänzung) in der Lage ist, die Immun-Entwicklung zu stärken und vor Allergien in der frühen Kindheit zu schützen.

 

Die Studie in der Zusammenfassung:

Australische Wissenschaftler bewiesen einen Zusammenhang zwischen dem 25(OH)D3-Status, der Immunfunktion und symptomatischen allergischen Erkrankungen bei hoch gefährdeten Säuglingen, deren Mütter an Neurodermitis leiden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel im Säuglingsalter in Beziehung zur frühen Entwicklung einer allergischen Erscheinungsform steht. Des Weiteren stützen sich die Resultate auf frühere Berichte über eine Verbindung zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und einem größeren Neurodermitis-Risiko. Daher sei es erstrebenswert, einen Vitamin-D-Mangel in der frühen Kindheit vorzubeugen, da dieser effektiv das Risiko der Entwicklung eines atopischen Ekzems reduziere, so die Meinung der Wissenschaftler. In einer randomisierten klinischen Studie erfolgt eine Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft und im Säuglingsalter.

Die Wissenschaftler zeigen sich gespannt auf das Ergebnis. Sie beabsichtigen festzustellen, ob eine Veränderung des Vitamin-D-Status in diesen Zeiträumen sich als nützlich in Bezug auf die Allergie-Vorbeugung zeigt.

 

Quelle:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25378203?dopt=Abstract

weiterführend:
http://www.nutri-facts.org/ger/thema-des-monats/detail/backPid/94/article/the-importance-of-vitamin-d-for-health/

Bildlizenz: © RioPatuca Images – Fotolia.com


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