Der Vitamin-D-Abbau im menschlichen Körper

Die Abbaurate von Vitamin-D  über eine Speicherform und Aktivierungsprozesse

Der Vitamin-D-Abbau ermöglicht es dem Vitamin, seine Funktionen in den unterschiedlichen Zielgeweben im Körper auszuüben. Die verbleibenden Bestandteile baut dieser zu einer wasserlöslichen Säure ab, die er über die Galle ausscheidet.

Der Körper produziert den Großteil des wichtigen Vitamins D selbst über die Haut. Das setzt die Einwirkung von UV-B-Strahlen voraus, welche die Sonne abgibt. An die Produktion schließt sich der Vitamin-D-Abbau an. Der Körper verwertet das gewonnene Vitamin, damit es seine Funktionen erfüllt.

vit D3 gesunder Körper © Mopic - Fotolia.com

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Erstes Zwischenprodukt des Vitamin-D-Abbaus: Calcidiol

Der Vitamin-D-Abbau beginnt mit dem Transport in die Leber. Hierfür kommt ein sogenanntes Vitamin-D-bindendes Protein (abgekürzt VDBP) zum Einsatz. Der Vorgang erfolgt über das Blut. Nach der Ankunft am Zielort findet eine Hydroxylierung statt. Der Fachbegriff beschreibt eine chemische Reaktion, um eine oder mehrere Hydroxylgruppen einzuführen. Besagte Reaktion läuft mithilfe des Enzyms „Cytochrom P450 2R1“ in den Mikrosomen ab. Das Ergebnis der Hydroxylierung stellt das Prähormon Calcidiol (auch 25-Hydroxy-Vitamin-D genannt) dar.

Nach der Hydroxylierung findet erneut das Vitamin-D-bindende Protein Verwendung. Mithilfe des VDBP gelangt das Calcidiol zurück in das Blut, wo es bei einer Halbwertzeit von ungefähr 19 Tagen verbleibt. Der Calcidiol-Spiegel dient dazu, um in der Medizin den Vitamin-D-Status einer Person zu ermitteln.

Aus diesem Grund gilt das 25-Hydroxy-Vitamin-D als die Speicherform vom ursprünglichen Vitamin D. Besagte Form benötigt der Körper, um auf die über den Tagesverlauf variierende Sonneneinstrahlung zu variieren. Andernfalls stünde nach dem Aufenthalt in der Sonne übermäßig viel Vitamin D zur Verfügung, wohingegen es abends oder nachts fehlte. Mithilfe der Speicherform besitzt der Körper die Fähigkeit, große Spitzen in der Versorgung und sich daran anschließende lange Pausen zu kompensieren.

 

Umwandlung in Calcitriol – veränderte Abläufe in der Proteinsynthese

Vom Blut aus gelangt das 25-Hydroxy-Vitamin-D mit der Hilfe des Vitamin-D-bindenden Proteins an die benötigten Zielorte. Dazu gehören beispielsweise die Nieren. Am Zielgewebe findet eine Aktivierung statt, wodurch sich das Calcidiol in Calcitriol umwandelt. Dieses aktiviert wiederum den Vitamin-D-Rezeptor. Letzterer gilt als notwendig, damit das Vitamin seine Wirkung entfaltet. Hierbei bindet das Calcitriol an das Rezeptorprotein, das es anschließend in den Zellkern transportiert. Dort assoziiert der Komplex aus Vitamin D und Rezeptor an die DNA und verändert die Transkription. Das führt zu modifizierten Abläufen in der Proteinsynthese, was wiederum diverse biologische Effekte hervorbringt. Jedes Gewebe reguliert den Aktivierungsvorgang unterschiedlich, um die Wirkung vom Vitamin D an den Bedarf anzupassen.

 

Körper scheidet Vitamin D über die Galle aus

Im letzten Schritt findet der endgültige Vitamin-D-Abbau statt. Dabei kommt die 24-Hydroxylase zum Einsatz. Sie baut das Calcitriol zu einer in Wasser löslichen Säure ab. Die sogenannte Calcitroin-Säure scheidet der Körper letztendlich über die Galle aus.

Der beschriebene Ablauf bis zur Ausscheidung über die Galle gilt als wünschenswert. Schließlich erfüllt das Vitamin über den erläuterten Prozess seine Funktionen im Zielgewebe. Darüber hinaus existiert ein negativer, unerwünschter Abbau von Vitamin D. Er erfolgt durch einige Medikamente, welche eine entsprechende Wirkung auf Vitamin D besitzen. Die Arzneimittel bauen das Vitamin ab, bevor es seine wichtigen Funktionen vollständig wahrnimmt. Dementsprechend resultiert die Gefahr eines Mangels an Vitamin D aus der Einnahme der zugehörigen Medikamente.

 

Einige Medikamente hemmen den Abbau von Vitamin D

Zu den aufgrund des unerwünschten Vitamin-D-Abbaus gefährdeten Personen gehören insbesondere die Patienten, welche an eine der folgenden Krankheiten leiden:

  • Bluthochdruck,
  • Krebs,
  • Knochenstörungen,
  • Muskelstörungen,
  • chronische Entzündungs-Krankheiten,

In derartigen Fällen besteht Bedarf an einer zusätzlichen Therapie, um den Vitamin-D-Spiegel auf einem normalen Niveau zu halten. Diesbezüglich bieten sich vor allem Präparate beziehungsweise nahrungsergänzende Mittel mit Vitamin D an.

Zusammengefasst verläuft der Vitamin-D-Abbau in der Körper nach der Produktion über die Haut in mehreren Schritten. Letztendlich transportiert das Vitamin-D-bindende Protein eine Speicherform vom besagten Vitamin an das Zielgewebe. Dort finden zwei Aktivierungsvorgänge statt, wodurch das Vitamin D seine gewünschten Funktionen ausübt. Am Schluss baut der Körper das Vitamin D endgültig zu einer wasserlöslichen Säure ab und scheidet sie über die Galle aus.

 

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weiterführend:

http://www.chemie.de/lexikon/Vitamin-D-bindendes_Protein.html

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=37629

⏱ Letzte Aktualisierung am von Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

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