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Vitamin D bei Chemotherapie

Die Chemotherapie – kurz Chemo genannt – bezeichnet die medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen. In der Fachsprache nennen die Ärzte die Maßnahme auch antineoplastische Chemotherapie. Ihr Zweck besteht darin, die Tumore mithilfe der eingenommenen Substanzen zu schrumpfen. Mittlerweile steht die Behandlung in Verdacht, einen negativen Einfluss auf den körpereigenen Cholecalciferol-Spiegel der Patienten auszuüben. Diese leiden folglich an einem Vitamin-D-Mangel bei der Chemotherapie.

Vitamin D bei Chemotherapie

3D Illustration of Immune System cells Vitamin D bei Chemotherapie – Copyright: Spectral-Design bigstockphoto

 

Medikamente führen zu mangelndem Vitamin D bei Chemotherapie

Die Arzneien bedingen einen enzymatischen Abbau von Calcidiol und Calcitriol. Das Vitamin D sorgt für die Immunabwehr, sodass sein Fehlen die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern steigert. Da Krebspatienten bereits an einem schwachen Immunsystem leiden, führt die Mangelerscheinung zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen.

Vitamin D bei Chemotherapie

3D Illustration of Immune System cells Vitamin D bei Chemotherapie – Copyright: Spectral-Design bigstockphoto

Beeinflusst das Calciol die Krebserkrankung?

Fehlt es Ihrem Körper an Vitamin D, leiden Sie unter einer schwachen körpereigenen Abwehr. Dadurch fehlt den Immunzellen die Fähigkeit, bösartige Zellen frühzeitig zu identifizieren. Demnach gehen Ärzte davon aus, dass ein Mangel an Cholecalciferol das Risiko einer Krebserkrankung erhöht. Diagnostizierten die Mediziner bei Ihnen bereits die Krankheit, führt das Fehlen von Vitamin D3 unter Umständen zu einem verschlimmerten Verlauf. Hierbei zeigt sich, dass Krebspatienten häufig einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel aufweisen. Ihr Calcidiol(25-OH-D)-Serumspiegel liegt unterhalb von 20 Nanogramm pro Milliliter Blut.

Zu dem Ergebnis kommt die Studie: „Multicenter, phase 3 trial comparing selenium supplementation with observation in gynecologic radiation oncology“. Ihre Veröffentlichung durch Muecke R et al. fand im Jahr 2010 statt. Der niedrige Cholecalciferol-Spiegel korreliert mit einem ungünstigen Verlauf der Krebserkrankung. Der Grund besteht in den Komplikationen, welche die Mangelerscheinung hervorruft. Dazu zählen beispielsweise Atemwegsinfekte, die das Immunsystem zusätzlich belasten.

Eine wichtige Rolle nimmt das Vitamin D bei der Chemotherapie ein. Die eingenommenen Substanzen sorgen für eine Schwächung des Körpers, sodass Krankheitserreger schneller eindringen. Fehlt es den Patienten an Calciol, treten beispielsweise unangenehme Nebenwirkungen der Chemotherapie zutage. Dazu gehören Hautveränderungen oder Geschmacksstörungen. Selbst Patienten, die bisher einen gesunden Cholecalciferol-Spiegel aufwiesen, leiden bei der Chemotherapie an einem Vitamin-D-Mangel.

 

Warum sinkt das Vitamin D bei der Chemotherapie?

Behandeln die Ärzte beispielsweise Brustkrebs mit Anthracyclinen und Taxanen, kommt es bei den Patientinnen zu einer deutlichen Verringerung des Calcidiol-Spiegels. Als Ursache kommt die Wirkung der Zytostatika, zu denen Cyclophosphamid und Paclitaxel gehören, infrage. Sie verursachen über die Induktion der 24-Hydroxylase die enzymatische Abtragung von Calcitriol und Calcidiol. Durch den verstärkten biologischen Abbau fehlen das doppelt hydroxylierte Vitamin D3 sowie dessen Vorstufe im Organismus. Des Weiteren nehmen die Medikamente Einfluss auf die Genexpression.

Sie wirken sich demnach auf die Ausprägung der Geninformationen aus. Diese Regulation übernimmt bei einem gesunden Vitamin-D-Spiegel das Cholecalciferol selbst. In der Folge leiden die Patienten nach der Chemotherapie an Nebenwirkungen, die beispielsweise mukokutan auftreten. Sie betreffen die Epidermis sowie die Schleimhäute und zeigen sich in Form von:

• Stomatitis,
• Dermatitis sowie
• Dysgeusie.

Letzteres bezeichnet Geschmacksstörungen, welche die Lebensqualität der Betroffenen verringern. Sie gesundheitlichen Komplikationen treten nach einem Vitamin-D-Mangel bei der Chemotherapie auf. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art der Polychemotherapie es sich handelt. Beim TCH-Schema verwenden die Ärzte die Arzneien Docetaxel, Carboplatin und Trastuzumab. Dagegen kommen bei dem FOLFOX6-Schema die Medikamente Calciumfolinat, Oxaliplatin und Fluoruracil zum Einsatz. Durch die Gabe von Cholecalciferol-Präparaten besteht die Möglichkeit, die Nebenwirkungen erfolgreich zu lindern.

 

Vitamin D verhindert Nebenwirkungen während der Chemotherapie

Leiden Sie an Brustkrebs, führt ein zusätzlicher Mangel an Cholecalciferol zu negativen Folgen bei einer adjuvanten Therapie. Nehmen Sie beispielsweise den Aromatasehemmer Letrozol ein, treten Gelenk- und Knochenschmerzen auf. In der Medizin heißen die unangenehmen Schmerzen Arthralgien. Nach einer Supplementierung mit Calciol-Präparaten bessern sich die Knochenschmerzen zum Großteil. Das liegt an einer der Hauptaufgaben des Vitalstoffs: der Unterstützung der Mineralisierung des Knochensystems.

Aus dem Grund lohnt es sich, die Chemotherapie mit der Gabe von täglich 600 Internationalen Einheiten Vitamin D zu kombinieren. Um die Mineralisierung der Knochen zu gewährleisten, erhält zudem der Mineralstoff Kalzium eine hohe Bedeutung. Demnach liegt dessen tägliche Zufuhr im Idealfall bei 1.200 Milligramm. Erhalten die Patienten zudem wöchentlich 30.000 Internationale Einheiten Vitamin D bei der Chemotherapie, sinkt das Auftreten charakteristischer Folgeerscheinungen der medikamentösen Krebsbehandlung.

Beispielsweise leiden die Betroffenen seltener an Knochenschmerzen sowie Fatigue. Der Fachbegriff meint ein Gefühl anhaltender Erschöpfung, das ebenfalls die Lebensqualität der Erkrankten beeinträchtigt. In einigen Fällen funktioniert die Chemotherapie mit Bisphosphonaten. Bevor diese zum Einsatz kommen, prüfen die Mediziner zwingend den Vitamin-D-Status ihrer Patienten. Leiden diese unter einem Mangel, erweist sich die Behandlung als kontraindiziert. Zusätzlich erhöht sich in dem Fall die Wahrscheinlichkeit, eine Kiefernekrose zu erleiden.

 

Bei der Chemotherapie erhält die Vitamin-D-Kontrolle Relevanz

Die Chemotherapie bedingt einen Mangel an Cholecalciferol, der sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten auswirkt. Aus dem Grund messen die Ärzte im Vorfeld der Behandlung den Vitamin-D-Status der Krebspatienten. Liegt er bereits in einem niedrigen Bereich, erfolgt die sofortige Gabe von Calciol-Präparaten, um eine Kompensation zu erreichen. Nach sechs Wochen nehmen die Mediziner eine weitere Kontrolle vor. Der zu erreichende Zielwert liegt bei den Patienten zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter 25-OH-D im Serum.

Das entspricht einer Menge von 100 bis 150 Nanomol je Milliliter. Hierbei liegt die Vitamin-D-Supplementierung von aktuellen 25-OH-D-Spiegel ab. Liegt dieser unterhalb von fünf Nanogramm pro Milliliter, erhalten die Betroffenen zu Beginn der Anfangstherapie 200.000 Internationale Einheiten Vitamin D. Anschließend nehmen sie innerhalb einer Woche täglich 20.000 Internationale Einheiten ein. In der zweiten Woche erfolgt die Einnahme alle zwei Tage. Danach senkt sich die Dosis auf 4.000 bis 5.000 Internationale Einheiten täglich.

Liegt Ihr 25-OH-D-Spiegel zwischen fünf und zehn Nanogramm pro Milliliter Blut, nehmen Sie einmalig 100.000 Internationale Einheiten Vitamin D zu sich. Anschließend konsumieren dreimal in einer Woche 20.000 Internationale Einheiten. Ebenfalls sinkt die Dosierung nach dem Zeitraum auf 4.000 bis 5.000 Internationale Einheiten.

 

Ernährungstipps für Krebspatienten während der Chemotherapie

Durch die ausreichende Supplementierung mit Vitamin D bei der Chemotherapie, besteht die Möglichkeit einer höheren Chemosensitivität. Die geringeren Nebenwirkungen sorgen für weniger Abbrüche des antineoplastischen Verfahrens. Um Ihre Heilungsprognosen zu verbessern und Ihre Lebensqualität zu steigern, achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Diese enthält sämtliche Ernährungsbausteine wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Zusätzlich spielen Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße eine entscheidende Rolle, um die Kraftreserven des Organismus zu steigern.

Durch den Verzehr von Fisch und Gemüse führen Sie Ihrem Körper zusätzliches Vitamin D aus der Nahrung zu. Des Weiteren trinken Sie viel Wasser, um Ihren Körper vor einer Dehydrierung zu bewahren. In pflanzlichen Ölen befinden sich ungesättigte Fettsäuren, die Ihre Zellen sowie die Schleimhäute schützen.

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

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