Vitamin D bei Diabetes

Warum ausreichend Vitamin D bei Diabetes so wichtig ist

Ein Mangel an Vitamin D ist in Nord- und Mitteleuropa vor allem in den Wintermonaten ein Problem. Der Vitamin-D-Mangel gilt als Risikofaktor für Krankheiten wie Diabetes und kann darüber hinaus bei Diabetikern die ohnehin beeinträchtigte Gesundheit weiter verschlechtern. Immer mehr Ärzte raten Betroffenen daher zu einer Supplementierung mit Präparaten. Informieren Sie sich genauer über das Thema, um sich selbst zu schützen.

Vitamin-D bei Diabetes

Vitamin-D bei Diabetes Urheber: dolgachov / 123RF

 

 

Grundlegende Informationen zu Vitamin D und Diabetes

In der Medizin trägt Vitamin D auch den Namen Calciferol und zählt streng genommen nicht zu den Vitaminen, sondern zu den Hormonen. Es wird über die Haut synthetisiert, sobald Sie sich der Sonnenstrahlung aussetzen. Ein zehnminütiges Sonnenbad im Sommer reichert 10.000 IE (Internationale Einheiten) an und damit mehr als den Tagesbedarf, wobei der Überschuss einige Zeit gespeichert werden kann. Ein Vitamin-D-Mangel entsteht, wenn die Haut zu selten UV-Licht aufnimmt, denn rund 80 Prozent des Tagesbedarfs an Calciferol kann nur durch auf diesem Wege gewonnen werden. Die restlichen Prozent entfallen auf die Nahrungsaufnahme, wobei dieses Vitamin D nicht so lange vom Organismus gespeichert werden kann.

Typ-1-Diabetes ist eine angeborene Autoimmunerkrankung, bei der die Abwehrkräfte sich gegen den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse wenden und sie nach und nach zerstören. Die Folge daraus: Der Körper kann kaum noch Insulin für den Zuckerstoffwechsel produzieren. Typ-2-Diabetes ist hingegen eine erworbene Form, die durch zunehmendes Alter und Übergewicht getriggert wird.

Vitamin D und Diabetes gehen häufig Hand in Hand, denn vor allem Typ-2-Diabetiker neigen aufgrund von Übergewicht und körperlicher Schwäche zu wenig Outdoor-Bewegung. Ultraviolette Sonneneinstrahlung dringt entsprechend seltener in die Haut ein, was verhindert, dass der Organismus das lebenswichtige Vitamin D produzieren kann.

 

Warum ist ein Mangel an Vitamin D und Diabetes als Grunderkrankung eine gefährliche Kombination?

Vitamin D und Diabetes ergänzen sich im negativen Sinne. Durch Diabetes wird nicht nur der Zuckerstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gebraucht, sondern oft der gesamte Biorhythmus. Übergewicht bei Diabetikern bedeutet eine sprichwörtliche Belastung für den Bewegungsapparat. Kommt ein Mangel an Calciferol hinzu, wird es für das Skelett gefährlich.

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle für den Knochenstoffwechsel. Es regt im Darm dazu an, dass über die Nahrung aufgenommenes Kalzium eine hohe Resorption erfährt. Das bedeutet, dass Kalzium über die Darmschleimhaut im Körper gespeichert und nicht über den Urin ausgeschieden wird. Das Kalzium wird zu den Knochen geleitet und dient dort der Mineralisierung. Zu wenig Vitamin D und Diabetes in Kombination bedeutet demnach eine Überbelastung und gleichzeitige Schwächung der Knochenstruktur.

Es sind jedoch nicht nur die Knochen, die bei einem Mangel an Vitamin D und Diabetes als Grunderkrankung leiden. Studien haben nachweisen können, dass Calciferol indirekt auch am Blutzuckerstoffwechsel beteiligt ist. Calciferol stabilisiert ihn, indem es mit den Beta-Zellen kommuniziert.

 

Die Wirkung des von ihnen produzierten Insulins verbessert sich und das um 60 Prozent, wenn der Vitamin-D-Spiegel von einem schweren Mangel von unter zehn ng/ml auf über 30 ng/ml anstieg„,

erklärt Professor Dr. Klaus Badenhoop vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.

 

 

Ab wann liegt ein Vitamin-D-Mangel vor? Woran erkennen Sie ihn im Alltag?

Ein Mensch sollte im Idealfall über 40 ng/ml oder minimal 30 ng/ml Vitamin D im Blut haben. 60 ng/ml gilt als Top-Wert. Im Labor kann eine Blutprobe schnell und zuverlässig auf eine zu niedrige Vitamin-D-Konzentration hin untersucht werden. Doch im Alltag haben Sie keine Möglichkeit, Ihre individuellen Vitaminwerte zu messen. Dennoch lässt sich eine Unterversorgung einschätzen, denn es gibt eine Reihe klassischer Symptome.

Fehlt ein gesunder und reger Stoffwechsel, bemerken Sie das an häufiger Müdigkeit selbst bei ausreichend Nachtruhe und allgemeiner Abgeschlagenheit. Hinzu kommen Phasen von Nervosität bei der Arbeit und auffallende Konzentrationsprobleme. Der Körper arbeitet auf Sparflamme und hat für die Herausforderungen des Alltags nicht genügend Energie übrig. Die Belastung durch Diabetes kann in Kombination mit wenig Sonnenlicht zudem das Risiko auf Depressionen erhöhen.

Hält der Mangel an Vitamin D an, kann es bei Kindern zur Rachitis kommen. Die Knochen haben nicht genügend Mineralstoffe, was sich in der Wachstumsphase fatal auswirkt und Fehlstellungen mit sich bringt. Bei Erwachsenen kann zwar das Wachstum nicht mehr gestört, wohl aber eine Knochenerweichung provoziert werden. Diese nennt man Osteomalazie.

Da Calciferol außerdem das Immunsystem zu Bestleistungen anregt, ist ein Mangel gleichbedeutend mit einer höheren Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Da Diabetiker durch ihr Stoffwechselleiden ein hohes Infektrisiko tragen, sind wenig Vitamin D und Diabetes auch an diesen Punkt eine gefährliche Mischung.

Der Mangel an Vitamin D und Diabetes können zudem für das Herz-Kreislauf-System zum lebensgefährlichen Gespann werden. Diabetiker leiden häufig an Durchblutungsstörungen und Calciferol schützt die Gefäße. Ist zu wenig davon vorhanden, vergrößert sich folglich das Risiko. Hinzu kommt, dass eine schlechte Durchblutung einen diabetischen Fuß bedingen an. Auch die Netzhäute der Augen werden schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was bis zur Erblindung führen kann.

 

 

Wie sieht eine Behandlung beim Arzt aus?

Besteht der Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel, gibt ein Blutbild Aufschluss. Liegt gleichzeitig Diabetes vor, muss besonders schnell gehandelt werden, um den Vitaminspiegel zu erhöhen. Dafür kommt langfristig eine Umstellung der Lebensgewohnheiten auf Betroffene zu, doch kurzfristig hilft nur eine Supplementierung mittels Präparaten.

Erwachsene erhalten je nach Blutwert zwischen 800 und 1.000 IE und Kinder entsprechend auf Alter und Körpergewicht angepasst 400 bis 1.000 IE. Eine besondere Gruppe in der Therapie bilden Schwangere. Frauen haben in den Monaten einer Schwangerschaft einen deutlich erhöhten Bedarf an Vitamin D und können bis zu 2.000 IE benötigen.

Die meisten Mediziner setzen eine Supplementierung mit künstlichem Vitamin D bei Diabetes für mindestens acht Wochen an. Häufig wird die Dauer der Therapie auch erhöht. Da die Verträglichkeit allgemein als sehr hoch angegeben wird, ist dieses Vorgehen auch unbedenklich.

 

 

Wie können Sie selbst einem Mangel an Vitamin D und Diabetes vorbeugen?

Genügend Zeit unter freiem Himmel zu verbringen, ist das A und O für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Diabetes wird dadurch ebenfalls vorgebeugt, wenn Sie nicht nur Sonnenbäder genießen, sondern sich outdoor auch bewegen. Eine ideale Kombination ist Sport im Freien aber auch das Zurücklegen des Arbeitsweges mittels Fahrrad. Weitere Tipps:

1. Gehen Sie auch bei Bewölkung spazieren, denn die UV-Strahlung gelangt nicht nur bei klarem Sonnenschein auf die Haut. Selbst bei starker Bewölkung reicht eine halbe Stunde im Freien aus, um genügend Vitamin D zu produzieren.
2. Versuchen Sie lange Arbeitszeiten zu vermeiden, beziehungsweise die Mittagspause im Freien zu verbringen.
3. Achten Sie auf ausreichend Bewegung, um Übergewicht vorzubeugen. Es muss kein tägliches Cardio-Workout sein, denn moderate aber regelmäßige Betätigung ist viel effektiver.
4. Setzen Sie auf eine gesunde Ernährung, die nicht nur Diabetes vorbeugt, sondern Sie zugleich mit Vitamin D versorgt. Gute Quellen sind Fischarten wie Hering und Lachs aber auch Eier, Milch und Avocados.

Quellen:

https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/vitamin-d-unterstuetzt-koerpereigene-insulinproduktion-und-empfindlichkeit-kopie-1.html

⏱ Letzte Aktualisierung am von Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

Redaktions Tipp: