Vitamin D und Testosteron – Wie Sexualhormone mit Vitamin-D erhöht werden

Vitamin D und Testosteron Mangel und Spiegel

Vitamin D erarbeitet sich den Ruf eines universellen Wundermittels. Kontinuierlich belegen wissenschaftliche Untersuchungen die vielfältigen positiven Wirkungen des Vitamins auf unterschiedliche Körperfunktionen. So belegen die Studien beispielsweise bei Männern einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Testosteron. Der Testosteronspiegel wirkt sich im männlichen Körper auf die Erektionsfähigkeit und auf die Bildung der Spermien aus. Bei Frauen zeigt sich ein umgekehrter Wirkungszusammenhang: Vitamin-D-Mangel steigert den Testosteron-Anteil. Letzteres besitzt einen unerwünschten, negativen Effekt auf die Fertilität.

Vitamin D und Testosteron

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Forscher entdecken Parallele zwischen Vitamin-D-Spiegel und Testosteron-Wert

Umgangssprachlich gilt Vitamin D als Sonnenhormon. Das hängt mit der Zufuhr des Stoffes zusammen. Der menschliche Körper deckt den Großteil seines Bedarfes über die eigene Produktion. Lediglich ein Bruchteil nimmt er über die Nahrung auf. Die körpereigene Herstellung setzt allerdings den direkten Kontakt der Haut mit der UV-Strahlung der Sonne voraus. Aus diesem Grund schwankt der Vitamin-D-Spiegel im Blut über den Jahresverlauf. In den Wintermonaten nimmt die Konzentration ab. Fehlen dem Körper Reserven aus der warmen Jahreszeit, droht ein Mangel an dem Hormon.

Ein Vitamin-D-Mangel wirkt sich auf unterschiedliche Weise negativ auf die Gesundheit aus. Dementsprechend stellt das Sonnenhormon einen gefragten Untersuchungsgegenstand in der medizinischen Forschung dar. Als Folge der intensiven Studien publizieren die Wissenschaftler immer mehr Erkenntnisse über Vitamin D. Dazu gehört unter anderem die Erkenntnis, dass Vitamin D und Testosteron zusammenhängen. Forscher der medizinischen Universität Graz entdeckten im Rahmen ihrer Arbeit eine auffällige Parallele zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Testosteronspiegel. Beide Substanzen wiesen in einer großen Querschnittsstudie überraschend ähnliche Schwankungen über den Jahresverlauf auf.

 

Eigentlich befasste sich die Untersuchung mit der Untersuchung der Herzkranzgefäße. Daran nahmen insgesamt 2.300 Männer teil, deren Durchschnittsalter bei 62 Jahren lag. Das auswertende Labor verglich die Testosteron-Werte von den Probanden mit ausreichender und mit erniedrigter Vitamin-D-Konzentration. Infolgedessen entdeckten die Forscher die Parallele zwischen Testosteron und Vitamin D. Teilnehmer mit einem gesunden Vitamin-D-Spiegel wiesen auch höhere Testosteron-Werte auf. Im sonnenreichen Monat August ergaben sich grundsätzlich die höchsten Werte des Sexualhormons. Dagegen fielen die Messungen nach dem Winter im März am niedrigsten aus.

 

Vitamin D  erhöht Testosteron

Ausreichende Versorgung mit Vitamin D wirkt sich positiv auf Testosteronspiegel aus

Angesichts der besagten Entdeckung ergibt sich die logische Hypothese, dass sich eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D positiv auf die Testosteron-Produktion auswirkt. Die naheliegende Schlussfolgerung bedarf jedoch einer wissenschaftlichen Fundierung. Den geforderten Beweis für die Kausalität zwischen Vitamin D und Testosteron liefert ebenfalls die Grazer Universität.

Die Forscherin Daniela Hofer von der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel isolierte männliche Hodenzellen. Dort bilden Männer überwiegend das Sexualhormon Testosteron. Im Labor erfolgte die Zugabe von Vitamin D in hoher Dosis zu den isolierten Hodenzellen. Bei der zugeführten Substanz handelte es sich um Calcitriol, die Wirkform von Vitamin D3. In der medizinischen Sprache lautet der Fachbegriff hierfür „1,25-Dihydroxy-Vitamin D3“. Anschließend untersuchte die Grazer Forscherin die Auswirkungen auf die Genexpression auf Molekularebene.

 

Die Ergebnisse publizierte Hofer unter dem Titel „Testicular Synthesis and Vitamin D Action“ im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. Gemäß den Resultaten der Studie veränderte sich durch die Zugabe von Vitamin D die Expression von insgesamt 63 Genen. Dabei zeigte sich eine Hochregulierung der derjenigen Gene, welche die Produktion der männlichen Sexualhormone verantworten. Somit belegt die vorgestellte Untersuchung, dass Vitamin D Testosteron signifikant erhöht.

 

Koreanische Studie liefert weiteren Beweis für die Korrelation zwischen Vitamin D und Testosteron

Neben der Medizinischen Universität Graz beschäftigen sich noch andere Einrichtungen mit der Thematik. Eine im Asian Journal of Andrology veröffentlichte Untersuchung (Titel: Serum 25-hydroxyvitamin D levels and testosterone deficiency in middle-aged Korean men: a cross-sectional study) aus dem Jahr 2014 liefert einen weiteren Beweis für die Korrelation zwischen Vitamin D und Testosteron. Die zugehörige Stichprobe umfasst 652 Männer aus Korea mit einem Alter von über 40 Jahren. Deren Kernaussage lautet: Bei einem Vitamin-D-Mangel fällt die Wahrscheinlichkeit eines Testosteronmangels um 2,65 Mal höher aus. Die Grenze für den Vitamin-D-Mangel definierten die Forscher bei 20 ng/ml.

 

Supplementierung mit Vitamin D steigert den Testosteronspiegel

Basierend auf den genannten Studien ergibt sich für Männer ein positiver Zusammenhang zwischen Vitamin D und Testosteron. Dementsprechend liegt es nahe, durch die Vitamin-D-Supplementierung den Testosteronspiegel zu erhöhen. Medizinische Untersuchungen belegen: Die tägliche Einnahme von 3.000 Internationalen Einheiten Vitamin D über einen Zeitraum von einem Jahr führt zu einem Anstieg des bioaktiven Testosterons um 20 %.

 

Vitamin D besitzt bei Frauen umgekehrte Wirkung auf Testosteronspiegel

Interessanterweise scheint Vitamin D auf Testosteron im weiblichen Körper anders zu wirken. Experten vermuten bei Frauen eine umgekehrte Wirkungsweise. Erste Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Vitamin D bei Frauen die Testosteron-Werte senkt. Offensichtlich bilden Frauen bei einem Vitamin-D-Mangel zu viel Testosteron. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Achten Frauen auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, sinkt ihr Testosteronspiegel. Stattdessen steigt der Anteil der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron an. Infolgedessen erhöht sich die Fruchtbarkeit der Frau.

 

Fazit: Mit Vitamin D einen Testosteronmangel vermeiden

Angesichts der erläuterten Erkenntnisse aus unterschiedlichen Studien wirkt eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung bei Männern einem Testosteronmangel entgegen. Tipp: Halten Sie sich im Sommer täglich für 15 bis 20 Minuten während der Mittagszeit in der Sonne auf. Dadurch bauen Sie Vitamin-D-Reserven für die kalte Jahreszeit auf. Alternativ erwägen Sie eine Supplementierung von Vitamin D mit entsprechenden Präparaten.

Durch die ausreichende Versorgung mit Vitamin D vermeiden Sie die Folgen eines Testosteronmangels. Fällt der Testosteronspiegel zu gering aus, verspüren Sie eine Antriebslosigkeit und ein Verlust der körperlichen Energie setzt ein. Hinzu kommen ein vermindertes Sexualverlangen oder Erektionsstörungen. Das geht mit einer reduzierten Fruchtbarkeit einher. Darüber hinaus wirkt sich ein Testosteronmangel auch in anderer Weise negativ auf Ihren Körper aus. Sie verlieren beispielsweise Muskelmasse und neigen zu vermehrtem Fettaufbau am Bauch. Zudem drohen Haarausfall, Blutarmut, Reizbarkeit, Störungen des Gedächtnisses sowie Schlafprobleme.

   

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

Redaktions Tipp: