Vitamin-D-Speicherung im Körper

Vitamin-D-Speicherung kompensiert reduzierte Produktion

Der Körper besitzt die Fähigkeit, das wichtige Vitamin D zu speichern. Er benötigt die Vitamin-D-Speicherung, um den Bedarf im Winter weitestgehend zu decken. Vitamin D besitzt mehrere wichtige Funktionen im Körper. Den Großteil des Bedarfs decken Menschen durch die eigene Produktion über die Haut. Das setzt allerdings Sonnenlicht voraus. Folglich hängt die Vitamin-D-Herstellung des Körpers stark von den Jahreszeiten ab.

Während im Sommer ausreichend zur Verfügung steht, produziert die Haut im Winter deutlich weniger von besagtem Vitamin. In den Monaten Oktober bis März unterschreitet die Produktion den Bedarf.

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Körpereigene Vitamin-D-Produktion deckt Tagesbedarf im Winter nicht

Dennoch benötigt der Körper im Winter weiterhin das so wichtige Vitamin D. Folglich besteht die Notwendigkeit einer Vitamin-D-Speicherung. Eine solche setzt voraus, dass die produzierte Dosis den täglichen Bedarf übersteigt. In Deutschland gelingt das ausschließlich in einer Hälfte des Jahres. Der menschliche Körper verfügt über die Fähigkeit, in der sonnenreichen Sommerzeit überschüssiges Cholecalciferol zu speichern. Das vorrätige Vitamin D steht später in den kalten Wintermonaten zur Verfügung.

 

Vitamin-D-Speicherung: Überschüssiges Vitamin D aus dem Sommer steht in Wintermonaten zur Verfügung

Angesichts der großen Speicherkapazität besteht die Möglichkeit, von Oktober bis März die fehlende Produktion mit dem Vitamin-D-Vorrat zu kompensieren. Allerdings setzt die Speicherung entsprechend lange Aufenthalte in der Sonne während des Sommers voraus. Im Durchschnitt bedarf es hierzu des täglichen Sonnenkontakts über eine Zeit von ungefähr 20 bis 30 Minuten. Die Angabe gilt für Aufenthalte in der Sonne ohne Schutzmittel wie Cremes oder Sprays. Letztere reduzieren die Einstrahlung von UV-B und mindern dadurch die Produktion von Vitamin D.

 

Produktion von Vitamin D endet nach 20 bis 30 Minuten in der Sonne

Experten raten von längerem direkten Kontakt mit der Sonne ab. Die angesprochenen 20 bis 30 Minuten reichen aus. Der Vitamin-D-Speicher füllt sich nicht kontinuierlich über eine beliebig lange Zeit. Nach Ablauf der besagten Zeitspanne stoppt der Körper ohnehin den Produktionsprozess über die Haut. Ein regulierender Mechanismus setzt hierbei ein, um eine Überdosierung zu vermeiden. Dazu schadet extremes Sonnen der Haut und erhöht das Risiko von Krebs.

 

Körper speichert Vitamin D im Fettgewebe

Bei Vitamin D handelt es sich um ein sogenanntes fettlösliches Vitamin D. Aus diesem Grund erfolgt die Vitamin-D-Speicherung hauptsächlich über das Körperfett und über das Muskelgewebe. Kleine Mengen des Vitamins speichert der Körper darüber hinaus in der Leber. Gut gefüllte Speicher reichen aus, damit im Winter ausreichend vom Vitamin D zur Verfügung steht. Der Körper nutzt die im Fett eingelagerten Stoffe, um den Vitamin-D-Spiegel im Blut auf dem erforderlichen Niveau zu halten. Leeren sich die Vorräte, sinkt dementsprechend der Spiegel im Blut ab.

Ein Problem bei der Vitamin-D-Speicherung tritt bei Fettleibigkeit auf. In diesem Fall speichert der Körper das Vitamin D ebenfalls im Fettgewebe. Jedoch gelingt es bei Übergewicht nicht mehr, das Vitamin D entsprechend dem Bedarf später an das Blut abzugeben. Deshalb neigen Personen mit einem zu hohen Körpergewicht zu Folge-Erscheinungen eines Mangels an Vitamin D.

 

Mangelhaft gefüllter Vitamin-D-Speicher: Anstieg der Krankheiten im Winter

Geht der Vitamin­-D-Speicher im Winter zuneige, häufen sich die Krankheiten. Aus diesem Grund kommt es in der kalten Jahreszeit zu einem Anstieg von Grippe-Fällen und von Erkältungen. Deshalb besteht in manchen Fällen die Notwendigkeit, die Vitamin-D-Speicherung anderweitig aufzufüllen. Hierfür verkaufen Apotheken und Händler Vitamin-D-Präparate. Die nahrungsergänzenden Mittel helfen, den Vitamin-D-Spiegel im Blut konstant zu halten.

Eine andere Option stellt der Gang ins Solarium dar. Allerdings bedarf es hierzu eines Solariums, das UV-B-Strahlen verwendet. Der Großteil der Solarien setzt bei den Bräunungsprozessen jedoch auf die UV-A-Strahlung, weshalb die Produktion von Vitamin D ausbleibt. Dazu steigt mit dem Besuch eines Solariums das Risiko von Hautkrebs.

 

Alternativ bietet sich der Verzehr von Nahrungsmitteln an, die sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin D auszeichnen. Dazu gehören:

  • fettige Fische wie Hering, Forelle, Lachs oder Makrele,
  • Pilze,
  • Milchprodukte, zum Beispiel Käse, Milch oder Butter,

Insbesondere die genannten Fische eignen sich, um den empfohlenen Tagesbedarf von 20 Mikrogramm des besagten Vitamins zu decken. Bei den Milchprodukten, den Pilzen oder den Eiern fällt das enthaltene Vitamin D deutlich geringer aus. Deshalb liefert eine normale Ernährungsweise durchschnittlich maximal 20 Prozent der erforderlichen Tageszufuhr. Die restlichen 80 Prozent kompensiert der Körper über die Vitamin-D-Speicherung – solange sie noch Vitamin D liefert.

 

Zusammengefasst verfügt der menschliche Körper mit der Vitamin-D-Speicherung über eine wichtige Fähigkeit. Dank der Speicherkapazität kompensiert der Körper die in den Wintermonaten deutlich reduzierte Produktion von Vitamin D. Mit einem durch ausreichende Sonnenaufenthalte im Sommer gefüllten Speicher entsteht in der kalten Jahreszeit kein Vitamin-D-Mangel.

 

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weiterführend:

http://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html#topic_192282

⏱ Letzte Aktualisierung am von Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinredakteurin ist Sie mitwirkende Autorin im Vitamin-D-Mangel Ratgeber.

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